Hey ,
bist Du nach diesem langen, heißen Sommer auch ready für den Herbst? Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf Kerzenlicht und lange Spaziergänge durch die Weinberge - zum Beispiel im Ahrtal, das sich nach der Flut 2021 an vielen Stellen neu erfunden hat. Ich war an Pfingsten dort und ehrlich begeistert - von der wunderschönen Landschaft, dem Gemeinschaftssinn der Menschen und den leidenschaftlichen Winzer*innen. Der Weinherbst im September und Oktober ist die perfekte Gelegenheit für einen Besuch! Oder träumst Du von einer Weltreise? Im Interview machen Dir Britta und Sascha von du, ich & die Welt Mut und geben ganz praktische Tipps - zum Beispiel zur Budgetplanung.
Sweet Sunday!
Sonja & das Reisen Reisen Team
Und das ist heute drin für Dich:
✒️ Reise-Notiz
🍇 Long Weekend: Ahrtal
🎙️ Ja zur Weltreise: Tipps von du, ich & die Welt
✨ 5 überraschende Ziele in Deutschland
🍿 Best of: Roadmovies
🍂 Wohin im Herbst?
🚀 Michis Superlative: Streetfood
Long Weekend: Ahrtal
Wenn sich die Blätter im Spätsommer langsam bunt färben, ist die vielleicht schönste Jahreszeit für einen Wochenend-Trip im Ahrtal - dem größten zusammenhängende Rotweinanbaugebiet Deutschlands!
Save the date: Weinherbst Mittelahr
Am 26. und 27. September sowie an allen Wochenenden im Oktober könnt Ihr beim Weinherbst Mittelahr auf dem Rotweinwanderweg mitten in den Weinbergen an zahlreichen Ständen die aktuellen Jahrgänge der Winzer*innen probieren. Aber auch wenn kein Weinfest ist, lohnt sich ein Spaziergang auf dem Rotweinwanderweg!
Fluterinnerungsstätte
Nach dem Besuch sieht man die Region mit anderen Augen, daher bietet die persönlich gestaltete Erinnerungsstätte einen guten Einstieg.
Schön schlafen in der Burg Adenbach
Das liebevoll geführte Hotel Burg Adenbach liegt mitten im hübschen Ahrweiler. Von hier aus könnt Ihr durch den Ort spazieren, auf einen Kaffee bei Röstahroma oder ein Glas in der Vinothek und Bar Walk and Wine vorbeischauen - Inhaberin Antonia ist eine fantastische Sommelière, bei der Ihr auch individuelle Weinwanderungen buchen könnt.
Lecker essen
Im Winzerhof Körtgen wartet hausgemachtes Essen auf Euch. Snack gefällig? Die beste Currywurst der Region gibt’s am Marktplatz im Ahrweindepot. Richtig tolle, gehobene Küche serviert Winzer Lukas Sermann in seinem Restaurant Thüres, die mit seinen Weinen sogar noch ein bisschen besser schmeckt.
Regierungsbunker
Er ist das geheimste und teuerste Bauwerk in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland: Die Führung durch den Regierungsbunker, der die Regierungsfähigkeit der BRD im Falle eines Atomangriffs sicherstellen sollte, fühlt sich an wie ein Mix aus Science Fiction, Raumschiff Enterprise, James Bond und einer Zeitreise in den Kalten Krieg. Tickets am besten vorbuchen!
📽️ Doku-Tipps: Vom ganzen Ausmaß der Katastrophe berichtet die Dokumentation “Die Flut - eine Chronik des Versagens”. Gute Nachrichten gibt es aus der Tierwelt, die langsam ins Ahrtal zurückkehrt. Dazu gibt es eine spannende Doku, eingesprochen von Michi!
Reisebegleiter*innen
6 Fragen an: Britta & Sascha von du, ich & die Welt
Britta und Sascha von du, ich & die Welt haben in der Pandemie ihre Jobs gekündigt und sind auf Weltreise gegangen. Im Interview geben Dir die Reiseblogger praktische Tipps und verraten, welche Ziele in Deutschland sie wirklich überrascht haben. Übrigens: Das Ahrtal ist eins davon!
RR: Was bedeutet Reisen für Euch – in drei Worten?
Britta: Freiheit. Neugier. Erinnerungen.
Sascha: Freiheit. Gemeinsamkeit. Lebenserfahrung.
RR: Was hat Euch den Mut für Eure Weltreise gegeben?
Britta & Sascha: Wir haben uns bewusst gemacht, wie unser Leben aussehen soll und dass wir etwas verändern müssen, wenn wir wirklich glücklich sein möchten. Unsere damaligen Jobs haben uns sehr belastet und irgendwann wussten wir: So möchten wir nicht weitermachen. Das war unser Antrieb.
Gleichzeitig hatten wir Bedenken, die vermeintlichen Sicherheiten aufzugeben. Aber irgendwann war die Angst, es später zu bereuen, größer als die Angst vor dem Ungewissen. Wir haben uns gefragt: Was passiert, wenn wir nichts verändern? Und was kann im schlimmsten Fall passieren?
Wir wussten, dass wir von unserem Ersparten ungefähr zwei Jahre leben und reisen können - und dass wir uns gegenseitig haben und gemeinsam schon einen Weg finden würden, egal was kommt. Also haben wir unsere Jobs gekündigt und sind los.
RR: Was ratet Ihr anderen, die sich noch nicht so richtig trauen?
Britta & Sascha: Wartet nicht darauf, dass die Angst irgendwann komplett verschwindet! Und sagt nicht sofort: „Das geht nicht“, sondern überlegt, was für Euch funktionieren könnte. Es gibt ganz unterschiedliche Wege, eine Weltreise zu planen und zu finanzieren, und auch aus den Erfahrungen anderer Reisender wissen wir: Wer es wirklich möchte, findet einen Weg. Da wir bereits 40 waren, konnten wir zum Beispiel nicht auf Work & Travel zurückgreifen. Deshalb haben wir ein Jahr eisern gespart und vieles verkauft. Von den 50.000 Euro wollten wir mindestens ein, im besten Fall zwei Jahre reisen, inklusive unserer Wohnung, die wir wegen der Corona-Situation nicht gekündigt hatten. Unser Rat: Schafft Euch eine finanzielle Rücklage und plant so, dass Ihr Euch mit dem Risiko wohlfühlt. Aber wartet nicht auf den perfekten Zeitpunkt oder bis alle Unsicherheiten verschwunden sind. Beides wird es wahrscheinlich nie geben.
RR: Hat sich Euer Verhältnis zum Reisen über die Jahre verändert?
Britta & Sascha: Vor unserer Weltreise bedeutete Reisen für uns: möglichst weit weg, möglichst viele Hotspots und die großen Superlativen sehen. Gerade bei Roadtrips wollten wir in kurzer Zeit so viel wie möglich mitnehmen. Gleichzeitig hatten wir schon damals den Wunsch, langsamer zu reisen und einen Ort wirklich kennenzulernen. Auf der Weltreise haben gemerkt, wie schön es ist, sich Zeit zu nehmen und sich einfach treiben zu lassen. Wir haben heute nicht mehr den Anspruch, jeden Hotspot abzuhaken. Obwohl Fotografieren und Filmen inzwischen zu unserem Beruf gehören, machen wir viel weniger Bilder und genießen die Momente bewusster. Das Reisen hat uns außerdem spontaner, mutiger und gelassener gemacht. Wir können viel besser loslassen. Wir haben gelernt, dass nicht immer alles nach Plan laufen muss und wir viel weniger brauchen, als wir früher dachten. Wir besitzen heute bewusst weniger - Dinge machen uns nicht annähernd so glücklich wie Zeit draußen, neue Orte, Erlebnisse und das Gefühl, unterwegs zu sein.
RR: Fernreise oder das kleine Abenteuer vor der Haustür?
Britta & Sascha: Beides hat seinen Reiz! Fernreisen werden immer etwas Besonderes für uns bleiben - wir lieben es, neue Kulturen und Landschaften kennenzulernen und für längere Zeit in eine komplett andere Umgebung einzutauchen. Aber auch in Deutschland und unseren Nachbarländern gibt es viele Orte, die uns wirklich überrascht haben. Für uns ist heute nicht mehr die Entfernung entscheidend, sondern die Neugier, mit der wir unterwegs sind. Schöne Erinnerungen entstehen am anderen Ende der Welt genauso wie ein paar Minuten von der eigenen Haustür.
5 Ziele in Deutschland, die uns überrascht haben:





Nordrhein-Westfalen
Wir kommen aus dem Ruhrgebiet und haben selbst lange unterschätzt, was direkt vor unserer Haustür liegt. Heute sind wir richtig stolz auf NRW: Industriekultur, unterschätzte Städte wie unser Duisburg, kleine Fachwerkorte und wunderschöne Landschaften!
Ahrtal
Die Natur im Ahrtal hat uns wirklich beeindruckt: Endlose Weinberge, dazwischen kleine Orte, Felswände und wunderschöne Wanderwege. Besonders berührt hat uns der Zusammenhalt der Menschen nach der Flutkatastrophe und mit wieviel Herzblut die Region wieder aufgebaut wird.
Oberlausitz
Die Oberlausitz ist für uns eine der unterschätztesten Regionen Deutschlands! Wir lieben die Altstädte von Görlitz und Bautzen, aber auch die Landschaft rundherum. In Zittau sind wir mit der Schmalspurbahn bis zum Kloster Oybin gefahren - das ist besonders im Herbst ein richtig schönes und uriges Erlebnis.
Moselregion
Die Mosel war für uns der Beginn, Deutschland bewusster zu entdecken. Kleine Fachwerkstädtchen, Weinberge, der Fluss und die Radwege entlang der Mosel: die ganze Region hat etwas unglaublich Entschleunigendes.
Fehmarn
Fehmarn hat uns mit seiner ursprünglichen und teilweise richtig wilden Landschaft überrascht. An manchen Stränden fühlte es sich fast wie auf einer Fernreise an. In diese einzigartige Natur und die unglaubliche Ruhe haben wir uns sofort verliebt!
Best of: Roadmovies
Besser Welt als nie - Doku
In Gelnhausen steigt der 24-jährige Dennis aufs Fahrrad und fährt in zwei Jahren rund 40.000 Kilometer einmal um die Welt. Dabei lernt er nicht nur beeindruckende Landschaften und Menschen kennen, sondern vor allem sich selbst.
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Vincent will Meer - Spielfilm
Vincent (Florian David Fitz) leidet am Tourette-Syndrom. Mit der Asche seiner Mutter flieht er aus dem Pflegeheim, um ihr den letzten Wunsch zu erfüllen: noch einmal das Meer zu sehen. Mit dabei ist die magersüchtige Marie (Karoline Herfurth) und Zwangsneurotiker Alex. Doch Heimleiterin und Vincents Vater (Heino Ferch) setzen alles daran, die Ausreißer zu stellen …
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25 km/h - Spielfilm
Nach 30 Jahren Funkstille begegnen sich die Brüder Georg und Christian auf der Beerdigung ihres Vaters. Und gleich knallt es zwischen dem Tischler (Bjarne Mädel), der seinen Vater bis zuletzt gepflegt hat und dem überheblichen Top-Manager (Lars Eidinger). Nach einer durchzechten Nacht treten sie mit dem Mofa endlich die Deutschland-Tour an, von der sie als Jugendliche geträumt haben …
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Auf Umwegen - Doku
Eine Familie auf den Weg nach Asien: 21.000 Kilometer von Wiesbaden bis nach Zentralasien. Die Dokumentation erzählt von der Magie der Fremde, von Freundschaften, von den Herausforderungen des Unterwegsseins und einer Welt, die so viel offener, herzlicher und bunter ist, als man vielleicht denkt.
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Exit Marrakesch - Spielfilm
Als der 17-jährige Ben seinen geschiedenen Vater und gefeierten Regisseur (Ulrich Tukur) zu einem Theaterfestival in Marrakesch begleitet, ist ihm alles fremd - vor allem sein Vater. Gemeinsam mit der jungen Karima zieht er sich in deren abgelegenes Heimatdorf zurück, während sein Vater sich zunehmend besorgt auf die Suche nach ihm macht.
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Paris, Texas - Spielfilm
Ein Mann, eine endlose Straße und die Weite des amerikanischen Westens: In Wim Wenders “Paris, Texas” macht sich Travis (Harry Dean Stanton) gemeinsam mit seinem Sohn auf die Suche nach seiner Frau verschwundenen Frau (Nastassja Kinski). Zwischen Tankstellen, Motels und staubigen Highways entfaltet sich ein stilles, melancholisches Roadmovie über Einsamkeit, Sehnsucht und die Hoffnung auf einen Neuanfang.
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Lust auf einen eigenen Roadtrip? In dieser Folge verraten wir Euch …
Wohin im Herbst?
Fünf Ideen für Sonnenkinder, Wanderfreund*innen, Herbstliebhaber*innen, Abenteurer- und Genießer*innen!





Für Sonnenkinder: Strand, Märkte, Palmen und mediterranes Lebensgefühl - wer den Sommer noch nicht loslassen möchte, kann in Valencia in die Verlängerung gehen. Die beste Paella gibt’s übrigens bei Goya.
Für Wanderfreund*innen: Wenn die Weinlese vorbei ist, beginnt in Südtirol die schönste Zeit: das Törggelen! Von Ende September bis November wirst Du nach einer Wanderung in urigen Buschenschänken mit Speck, Käse und gerösteten Kastanien verwöhnt. Tipp: die Buschenschänke Haidenhof!
Für Herbstliebhaber*innen: Genauso spektakulär wie die Kirschblüte, aber weniger gehypt, ist der Herbst in Japan. Im Oktober und November färben sich insbesondere die Blätter der Ahornbäume leuchtend Rot. Die Japaner haben sogar einen eigenen Namen für dieses Farbspiel: Kōyō. Reise mit uns hin!
Für Abenteurer*innen: Mit seinen Bergen, tiefen Schluchten und ungezähmten Flüssen wirkt Albanien noch immer richtig wild - für Jochen und Michi die aufregendste Überraschung Europas! Im September ist es noch sommerlich warm, im Oktober angenehm mild. Highlight: Der Teth Nationalpark mit Bären, Wölfen und Luchsen.
Für Genießer*innen: Trüffel! Pasta! Rotwein! Von Oktober bis Dezember (am besten ist November) wird in der Toskana der weiße Trüffel geerntet. Bekannte Gegenden sind San Miniato, San Giovanni d’Asso und Mugello. Jochen, Michi und Tamina nehmen Dich mit!
Superlative des Monats: Streetfood
Dihua Street, Taipeh (Taiwan)



Ich steige aus der U-Bahn und bevor ich den Nachtmarkt sehe, höre ich ihn: Menschengemurmel, Lachen, Marktschreierinnen auf Chinesisch, K-Pop Musik und das Zischen Von Woks. Dann biege ich ein in die Dihua Street und die ersten zehn Meter sind eine einzige Geruchswelle. Smoky sticky rice von links, Stinky Tofu von rechts und dazwischen Räucherstäbchen-Rauch von einem winzigen Tempel.
Über mir die alten Shophäuser, unten Laden und Restaurant, oben wird gewohnt – reich verziert, Säulen, Terrassen, gelbes Licht hinter den Fenstern, Holzbalkone. Im Hintergrund schon die Hochhäuser von Taipehs modernem Viertel, Lampions spannen sich quer über die Gasse und alles schiebt sich entspannt, freundlich von A nach B.
Links und rechts Dinge, die ich nicht verstehe: kleine Fleischpasteten in winzigen Tütchen, wie Mini-Salami mit Käse. Getrocknetes Fleisch, getrocknetes Gemüse, jedes anders gewürzt. Nüsse, Pistazien, Sonnenblumenkerne. Und an einem Streetfood-Wagen hängen hinter Glasscheiben Enten rot, knusprig glasiert. Daneben ein Schild: Duck Feet, Duck Wing, Duck Tongue. A little spicy, medium spicy, very spicy. Entenzunge, ja die Mutigen probieren. Es war interessant.
Fantastisch war mein Gua Bao, Schweinebauch im Brioche-Brötchen, eines der ältesten Streetfood-Gerichte der Insel, dazu gewürzter Klebreis mit gehacktem Koriander und Pilzpulver, süß-scharfe Sauce obendrauf. Ein Euro fünfzig. Im Stehen, am Stand.
Wie surreal kann ein Ort für alle Sinne gleichzeitig sein? Aber alles ist echt – die Farben, der Rauch, die Lampions, die jungen Leute, die mir zuwinken und Fotos mit mir wollen. Anstatt mich zu kneifen, löffel ich einen Douhua, einen süßen Toufu Pudding mit Tapiokaperlen, schau die Gasse runter, in dieses Wimmelbild – und liebe gerade in dem Moment die Welt ganz besonders für Orte wie diese ...
“Ich liebe das Gefühl der Anonymität in einer Stadt, in der ich noch nie war.“
Bill Bryson
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Wunderbar danke, die Tipps der Roadmovies gefallen mir auch sehr
Vielleicht gibt es ein gutes Roadbuch, dass ihr vorschlagen könntet? Bis dann halt meins auf den Markt kommt, dann schlage ich eins vor!😊